Troja
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Troja
Troja · Krieg · Antike Orte
Troja und der Trojanische Krieg: Götter, Prophezeiungen und archäologische Spuren. Warum Kassandras Warnungen bis heute nachhallen.Die Stadt Troja in der Archäologie?
Das archäologische Troja ist die große Stadtanlage, die der Archäologe und Kaufmann Heinrich Schliemann gefunden hatte. Natürlich ist Troja umstritten, aber man kann nicht abstreiten, dass Schliemann einen wichtigen archäologischen Fund machte - auch wenn er heutzutage kontrovers zu sehende Grabungsmethoden anwendete- wie zum beispiel die Sprengung mit Dynamit, wodurch die verschiedenen Kulturschichten durcheinander gebracht wurden, sowie auch materielle Funde zerstört wurden.
Die Ausgrabungen auf dem Hügel Hisarlık wurden 1871 unter Heinrich Schliemann angefangen. So sprengte er einen 20m Breiten und 17m Tiefen Graben durch den Hügel und zerstörte so die über jahrhunderte alten Erdschichten und brachte einiges durcheinander. Allerdings sollte es noch bis 1873 dauern, bis Schliemann einem besonderen Fund machte, den sogenannten Goldschatz des Priamos. Heutzutage sind viele Sachen verschwunden und nur ein Bild von Schliemanns Frau, die Schmuck trug, zeugt von ihrer Existenz. Schliemann starb kurz darauf und die Grabungen pausierten. Außerdem zeigte eine Datierung der Schmuckstücke, dass diese 1250 Jahre älter ist als die Datierung des homerischen Trojas.
Die Ausgrabungen gingen dann 1932-1938 weiter unter neuen Grabungsleitern und Archäologen. Diese stellten fest, dass der Hügel über 3000 Jahre hinweg immer wieder neu besiedelt wurde. Insgesamt konnte man 10 Schichten feststellen, die früheste und erste wurde in die Bronzezeit eingeordnet, 2920 bis 2450. vor Christus. Die jüngste Besiedlungsschicht wurde in die byzantinische Zeit eingeordnet, also ins frühe Mittelalter.
So stellten diese Forscher die Vermutung auf, dass Troja in der Schicht VI gleichzusetzen war, anders als die Vorherige Vermutung Schliemanns, der Troja in die Schicht II einordnete.
Aber dies war nicht die letzte Grabungskampagne. 1988 bis 2005 führte der Archäologe Professor Manfred Korfmann neue Grabungen durch, nach dessen Tod übernahmen seine engen Mitarbeiter die Arbeit. Gegraben und geforscht wird bis heute.
Aber was interessant ist. In der sogenannten Schicht VI, also unser vermutetes Troja, konnte man sehr dicke Stadtmauern finden und auch viele Importgüter wie unter anderem Bernstein aus der Ostsee konnte man feststellen, das diese Stadt eine gewisse Macht und Verknüpfungen haben musste, da sonst kein Überseehandel nachgewiesen werden könnte. Auch konnte man das Ende abrupte dieser Bebauung erkennen, da es wohl zwischen 1190 und 1180 vor Christus zu einem großen Brand kam. Vieles wies auf einen verlorenen Krieg hin. Ein Hinweis auf das homerische Troja? Man sollte sich nie zu sicher sein, aber vieles weist wirklich darauf hin.
Mythologische Bedeutung von Troja
Jeder kennt die Geschichte des Trojanischen Krieges, der in der Ilias von Homer sehr ausführlich beschrieben wurde. Ein Krieg, der durch die Entscheidung eines Mannes entstanden ist.
Aber war Troja auch an anderen Stellen der Geschichte wichtig?
- Tatsächlich leider nicht, wäre ja auch zu schön gewesen. Aber so können wir uns ganz auf den Trojanischen Krieg konzentrieren, den Untergang einer großen Stadt.
Was war jetzt aber der Auslöser für den Trojanischen Krieg? Nun, man könnte meinen, es würde sich um Helena von Sparta handeln (was teilweise auch stimmt), aber der Auslöser ist schon viel früher.
Eine Hochzeit der Götter- jeder Gott konnte teilnehmen. Außer die Göttin der Zwietracht, Eris. aus dem einfachen Grund, dass man keinen Streit auf der Hochzeit haben wollte. Die Göttin nahm es aber nicht gut auf, dass sie nicht auf diese Hochzeit durfte und warf beleidigt einen goldenen Apfel auf die Schwelle. Dieser goldene Apfel hatte die Aufschrift ,,für die Schönste”. Diesen Titel wollten drei Göttinnen für sich beanspruchen, nämlich Pallas Athena, Hera und die Göttin der Liebe und Schönheit, Aphrodite. Das Ergebnis: Zeus gab die Entscheidung in die Hand eines sterblichen Paris , welcher zurzeit als Schafhirte seine Schafe hütete. Und so brachte Hermes die drei Göttinnen zu Paris, welcher nun entscheiden sollte, wer die Schönste unter ihnen war. Jede der drei Göttinnen bot ihm als Bestechung etwas an. Pallas Athena versprach ihm Weisheit, Hera die Herrschaft über die Welt und Aphrodite wollte ihm die schönste Frau der Welt schenken. Paris nahm das Angebot der Aphrodite an und wählte Aphrodite als die schönste unter den drei Göttinnen.
Aber wie konnte Paris- ein vermeintlich einfacher Hirte nun diesen mythologischen Krieg auslösen beziehungsweise eine Prinzessin stehlen? Nun, dafür muss man sich seine Abstammung ansehen. Paris ist der Sohn vom trojanischen König Priamos und dessen Frau Hekabe. Er wurde wegen der Prophezeiung, dass er Troja in den Untergang führen würde, in der Wildnis ausgesetzt, in der Hoffnung, dass er dort sterbe. Allerdings überlebte Paris.
Auf einer Expedition der Trojaner nach Griechenland entdeckte Paris Helena und deutete sie als Aphrodites versprochenes Geschenk und entführte sie nach Troja. Was Paris aber nicht beachtete, war, dass Helena schon mit dem Spartanerkönig Menelaos verheiratet war. Dieser konnte den Raub seiner Frau nicht so auf sich sitzen lassen. In kürzester Zeit mobilisierte Menelaos ein Heer, welches seinen großen Zuwachs vor allem den Verehrern von Helena zu verdanken hatte - denn die Frau war sehr begehrt.
Und so begann der Krieg zwischen Troja und den Griechen, welcher ganze zehn Jahre lief, bis die Griechen durch das Trojanische Pferd in die Stadt eindringen konnten und die Stadt plünderten und abbrannten.
Das heutige Troja
Die Sagen des Homers, Geschichten, die uns über alte Geschehnisse in der Mythologie erzählen. Da kommt natürlich die Frage auf. Gab es Troja wirklich?
Das ist teilweise ein großes Streitthema in der klassischen Archäologie.
Gehen wir also die Möglichkeiten durch, die in der Vergangenheit gefunden worden sind.
Der Hügel Hisarlık:Hier hieß es seit dem 18. Jahrhundert, dass es in den Siedlungsschichten auf diesem Hügel in der Türkei Troja gelegen haben musste. Zur Erklärung: Siedlungsschichten findet man in vielen alten Siedlungsstätten mit mehreren Besiedlungsphasen. Nehmen wir mal schnell Athen als Beispiel. Auf der Agora in Athen kann man beispielsweise erkennen, dass viele der Funde Tiefer liegen als die heutigen Straßen beispielsweise. So kann man also sehen, wie die Agora wächst, wie sie sich verändert. Auf zerstörte Sachen wird etwas draufgebauf. Auf verschüttete Sachen ebenfalls. So entstehen verschiedene Siedlungsschichten mit verschiedenster Architektur und Keramik. Und ja. Hier gilt: umso tiefer, umso älter werden die Funde.
So fand man eben hier auf dem Hügel eine Siedlungsschicht mit Überresten, welche in das homerische Trojabild passte. Auch ein großer Goldschatzfund bestärkte diese Vermutung.
Die bekannteste Person, welche hier mit dieser Theorie feststand, war Heinrich Schliemann, welcher eben auch den Goldschatz des Priamos gefunden hatte.
Allerdings war Schliemans Grabungsmethode sehr umstritten, da er Dynamit genutzt hatte, wodurch er viele Siedlungsschichten zerstört und beschädigt hatte.
Die Stadt Wiluša als Troja:Mittig der Türkei wird von verschiedenen hethitischen Quellen zwischen ca. 1400 und ca. 1200 v. Chr. mehrmals eine Stadt oder Region namens Wiluša erwähnt, welche Hinweise geben, dass diese Stadt einen ähnlichen Aufbau wie die Siedlung auf dem Hügel Hisarlık aufweisen könnte. So vertrat 1924 Paul Kretschmar die Ansicht, dass Wiluška mit Troja/Ilios gleichgesetzt werden kann. Allerdings gibt es hierzu keine genauen Ortsangaben der Stadt, denn die antiken Quellen scheinen sich da mit der Lage zu unterscheiden.
Aber vielleicht sind auch beide Lokalisierungen nicht das alte Troja, denn es wurde noch nicht nachgewiesen, dass es wirklich diesen Krieg zwischen den Trojanern und Griechen gab. Aber vielleicht liegt die Lösung doch vor unserer Nase, nur können wir sie nicht sehen. So bleibt der trojanische Krieg ein Mythos in unseren Köpfen und regt unsere Fantasien an, uns unsere Meinungen selber zu denken.
Die Prophezeiung der Kassandra
Kassandra, eine Tochter des Trojanischen Königs Priamos und somit eine Schwester von Paris und Hektor, zog mit ihrer Schönheit die Aufmerksamkeit des Gottes Apollo auf sich, welcher ihr die Gabe der Weissagung schenkte. Aber als sie sich seinen Umwerbungen entzog und ihn zurückwies, verfluchte er sie, dass niemand ihren Vorhersagen glauben würde. So sagte Kassandra vorher, dass Paris Troja in den Ruin treiben würde. Sie versuchte Paris von seinem Vorhaben, die schöne Helena zu entführen, abzubringen, da er so den Griechen einen Kriegsgrund liefern würde. Sie warnte die Trojaner vor der Hinterlist der Griechen. Aber niemand erhörte sie. Niemand glaubte ihr. Hätte auch nur einmal jemand auf ihre Prophezeiungen gehört, hätte es so vieles verhindern können.
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Quelle: Warner Brothers