Eros und Psyche

Eros und Psyche

Ereignisse & Mythen

Eros und Psyche · Liebe · Griechische Mythologie

Entdecke den Mythos von Eros und Psyche: Aphrodites Eifersucht, vier gefährliche Aufgaben und eine Liebe, die auf dem Olymp ihre Erfüllung findet.

Psyche – die schönste Frau im Land

Ein griechischer König, der vor langer Zeit gelebt hatte, hatte drei liebreizende Töchter. Die jüngste von ihnen, Psyche, galt als die schönste junge Frau im Land. Hunderte von Männern kamen jeden Tag aus allen möglichen Bereichen der Erde, um ihre Schönheit zu sehen und um sie zu bewundern. Es ging das Gerücht umher, dass Psyche die Göttin der Schönheit, Aphrodite selbst, auf Erden war. Die Besucher hielten also nicht um ihre Hand an, aber sie beteten Psyche an. Die Stufen des Palastes, in dem sie lebte, waren überfüllt mit Früchten, Gold, Stickereien und anderen Opfergaben. Währenddessen verkümmerten die eigentlichen Tempel der Aphrodite. Die Menschen beteten lieber die lebendige, atmende Psyche an, als die kalten, starren Marmorfiguren ihrer Göttin.

Aphrodites Eifersucht und ihr Fluch über Psyche

Aphrodite war erzürnt von dieser Wendung. Sie war eifersüchtig auf die sterbliche Psyche und verlangte nach Rache. Sie wandte sich an ihren Sohn, Eros. Sie trug ihm auf, ein grauenvolles Monster zu erwählen und mit seinen Pfeilen der Liebe dafür zu sorgen, dass sich Psyche in dieses Monster verliebte.

Währenddessen bekam Psyches Vater, der König, Angst vor der Aufmerksamkeit, die seine Tochter generierte. Er wusste, dass die Götter erzürnt werden könnten. Er sandte nach dem Orakel des Apollo für eine beruhigende Antwort, doch er erhielt keine. Stattdessen verriet es, dass Psyche einen geflügelten Monster verfallen würde, und man solle sie fernab der Stadt an einen Stein binden und ihrem Schicksal überlassen. Der König gehorchte. Er ließ Psyche wie eine Braut herrichten und ließ sie wie befohlen an den Stein binden. Die arme Psyche fürchtete um ihr Leben. Doch anstatt von einem Monster ergriffen zu werden, erfasste sie ein sanfter Wind.

Psyches geheimnisvoller Ehemann: die Begegnung mit Eros

Der Wind brachte Psyche in ein wundervolles Tal. Ein Fluss durchlief das Tal, und an diesem Fluss stand ein wahrlich wunderschönes Haus, geschaffen aus Marmor, Silber und Gold. Als Psyche das Haus betrat, ertönte eine Stimme. Die Stimme verriet ihr, dass alles in diesem Haus ihr gehörte. Es würde für Essen und Getränke gesorgt werden, für ein warmes Bad und für ein neues Gewand. Also ließ Psyche sich verwöhnen. Als sie dann abends zu Bett ging, brachte sie eine kleine Öllampe mit sich. Nachdem die Flamme gelöscht war, bewegte sich etwas, und jemand kam zu ihr ins Bett. Dieser Jemand bezeichnete sich als ihren neuen Ehemann. Er küsste Psyche, und die beiden sprachen, bis die junge Frau einschlief. Am nächsten Morgen war ihr Ehemann fort, ohne dass sie sein Gesicht hatte erblicken können. Tagelang ging das so weiter. Psyche lebte den Tag über alleine, nur umgeben von unsichtbaren Dienern, die ihr jeden Wunsch von den Augen ablasen. Nachts kam ihr Ehemann zu ihr ins Bett, aber erst wenn ihre Lampe erloschen war, und er verschwand, bevor das Licht zurückkam. Jede Nacht erinnerte er Psyche, dass sie sein Gesicht niemals sehen durfte, da ansonsten schreckliches Pech geschehen würde. Psyche gehorchte, denn sie liebte ihren Ehemann, doch sie war unfassbar neugierig. Und so, eines Nachts, als ihr Ehemann schlief, stand Psyche noch einmal auf. Sie entzündete ihre Lampe erneut und ließ das Licht auf den Mann an ihrer Seite scheinen. Als sie erblickte, dass es sich um Eros selbst handelte, erschrak sie. Ein Tropfen Öl löste sich aus der Lampe und fiel direkt auf sein Gesicht. Eros erwachte sofort. Er schimpfte die neugierige Frau aus und flog davon, mit dem Ausruf, er würde nie zurückkehren.

Die vier Aufgaben der Psyche und ihr Weg in die Unterwelt

Verzweifelt suchte Psyche Tage später den Tempel der Aphrodite auf. Die Göttin hatte den Betrug ihres Sohnes, der sich in Psyche verliebt hatte und deswegen die Befehle missachtet hatte, schon mitbekommen, und sie war komplett sauer. Aphrodite bestellte Psyche zu sich und gab ihr eine Aufgabe: wenn sie sich anmaßte, mit einem Gott verheiratet zu sein, dann solle sie beweisen, dass sie würdig war. Aphrodite verschüttete verschiedene Arten Getreide, die Psyche bis zum Abend sortieren sollte. Natürlich war das eine unmögliche Aufgabe, doch Psyche hatte Hilfe. Aus dem Nichts erschienen kleine Ameisen, die die Getreidekörner für sie sortierten. Somit war die Aufgabe rechtzeitig erledigt. Aphrodite aber war nicht zufrieden. Sie gab Psyche eine weitere Aufgabe: goldene Wolle von Schafen holen. Doch die Schafe waren brutal, wie der Wind Psyche verriet, und sie nahm abgefallenes Fell stattdessen. Aphrodite war immer noch nicht zufrieden und forderte Psyche auf, ihr Wasser aus dem Styx zu bringen. Dort hatte Psyche Hilfe von einem Adler, der die Flasche für sie füllte. Jetzt war Aphrodite beeindruckt, aber nicht zufrieden. Also gab sie Psyche eine letzte Aufgabe. Sie reichte ihr eine Box und trug ihr auf, diese mit Persephones Schönheit zu füllen. Entgegen aller Erwartungen schaffte Psyche auch das. Doch als sie die Unterwelt wieder verließ, packte sie die Neugierde. Sie wollte unbedingt etwas von der Schönheit aus der Box bekommen, um für ihren Ehemann ansprechender zu sein. Doch anstatt von Schönheit trat ein tödlicher Duft aus der hübschen Schatulle aus, und Psyche fiel in einen tiefen Schlaf.

Eros und Psyche: Hochzeit und Unsterblichkeit auf dem Olymp

Zu Psyches großem Glück hatte Eros nach ihr gesucht. Er hatte es geschafft, sich von Zeus die Erlaubnis für seine und Psyches Ehe zu holen. Er fand ihren schlafenden Körper und brachte sie sofort auf den Olymp. Dort erweckte er seine Braut und stellte sie den Göttern vor, welche sie begrüßten. Zeus forderte Aphrodite auf, Psyche zu vergeben. Dann reichte Zeus Psyche einen Becher voll Nektar. Als sie trank, verlieh es ihr die Unsterblichkeit. Endlich konnten Eros und Psyche offiziell heiraten. Es gab ein großes Fest auf dem Olymp. Sogar Aphrodite tanzte.

James Bowie
 
Geschrieben von James Bowie
 
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